Abgabe Künstler-Sozialkasse

Da wir gelegentlich immer mal die Frage von Kunden gestellt bekommen, ob und wann sie beitragspflichtig sind, haben wir für Sie die wichtigsten Angaben zu diesem Thema zusammengestellt.
Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass wir weder juristisch, noch steuerlich, Beratung in jedweder Form erbringen können und dürfen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Steuerberater. Zumal sich die Gesetzeslage jederzeit ändern kann.

Was ist die Künstlersozialkasse ?

Die Künstlersozialkasse (KSK) ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland, in der sich freischaffende Künstler und Publizisten sozial-versichern können (Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung) und dabei im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbständigen nur einen Beitrag zahlen, der dem Arbeitnehmeranteil entspricht. Die KSK ist die für die Veranlagung und Beitragserhebung zuständige Behörde. Die KSK finanziert sich aus Abgaben, die von Auftraggebern auf Honorare und Rechnungen gezahlt werden müssen, die künstlerische und/ oder publizistische Leistungen beinhalten.

Warum betrifft mich das gegebenenfalls ?

Schon seit 1981, dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Künstlersozial-Versicherungsgesetzes sind Auftraggeber künstlerischer oder publizistischer Leistungen abgabepflichtig. Von Prüfungen hörte man in der Vergangenheit jedoch relativ wenig. Hört man sich nun die letzten Jahre um, scheinen die Prüfungen bezüglich dieser Abgabe deutlich ausgeweitet worden zu sein. Bei jeder Betriebsprüfung werden Rechnungen geprüft, ob diese gegebenenfalls abgabepflichtig sind.

Auf welche Leistungen muss ich an die KSK Beiträge zahlen ?

Sobald Sie Leistungen in Auftrag geben, die von Personen erbracht werden, die in den Kreis der von der KSK anerkannten „kreativen Berufe“ gehören, sind Beiträge zu zahlen. Dazu gehören z.B. Fotografen, Redakteure, Web-Designer, Werbeagenturen, Grafik-Designer, Grafiker, Illustratoren, Publizisten, Lektoren, Artdirectors, Texter, PR-Leute, etc.

Dabei spielt es nicht die geringste Rolle, ob diese überhaupt selbst in der KSK versichert sind.

Zu den abgabepflichtigen Leistungen, die Sie bei diesen Dienstleistern in Auftrag geben, zählen jegliche Arbeiten die mit Werbung oder Eigenwerbung für Ihr Unternehmen zu tun haben: Erstellung von Drucksachen jeglicher Art, wie beispielsweise Flyer, Visitenkarten, PVC-Banner, Logos, Broschüren oder Briefpapier. Auch die Konzeption und das Design von Internetseiten, die Vertextung von Webseiten und PR-Texten, Video- oder Bannererstellung, etc. zählen dazu.

Selbst Leistungen die eingekauft und weiter vermittelt werden sind abgabepflichtig. In einigen Fällen sogar zweifach.
Wenn wir als Agentur beispielsweise eine Leistung von Externen oder Sub-Unternehmern ausführen lassen würden, nehmen wir mal an ein Foto-Shooting, welches wir nicht selbst vornehmen können, würden wir einen Fotografen mit der Erstellung von Fotos in Ihrem Unternehmen beauftragen.
Der Fotograf stellt uns die Arbeit in Rechnung, wir müssen auf die Leistung KSK-Beiträge zahlen. Die erstellten Fotos werden von uns bearbeitet und in Ihren Printmedien verwendet, welche wir für Sie designen. Wir stellen Ihnen diese Leistungen sowie die Leistung des Fotografen in Rechnung.
Nun zahlen Sie auf die Rechnungssumme Ihrerseits Beiträge an die KSK.
Ist das nicht einmal zu viel ?
Da die KSK die künstlerische Leistung des Fotografen auf der einen Seite sieht, und durch die Erstellung des Printmediums auf der anderen Seite ein „neues künstlerisches Werk“, wird die Abgabe erneut in voller Höhe fällig.

Wann müsste ich keine KSK-Beiträge zahlen ?

Das Künstlersozialversicherungsgesetz sieht vor, dass Zahlung für künstlerische, bzw. publizierende Leistungen an selbständige Künstler und Publizisten der Beitragspflicht unterliegen. Das bedeutet, dass es sich beim Leistungsempfänger um eine natürliche Person handeln muss. Kommt die Rechnung von einem Einzelunternehmen, einer GbR oder einem nicht eingetragenen Verein, müssten Sie unseres Erachtens einen KSK-Beitrag zahlen.

Ist der Rechnungsteller eine GmbH, eine AG, eine GmbH & Co.KG, eine OHG, eine KG, ein eingetragener Verein, eine Ltd. oder eine Inc., sollte die Leistung beitragsfrei sein.

Die LimesGroup® als Einzelunternehmen unterliegt daher der Abgabepflicht. Nur der Vollständigkeit halber möchten wir erwähnen, dass kein Mitarbeiter der LimesGroup® KSK-versichert ist.

Gewisse Berufsgruppen, die nicht kommerziell orientiert sind, wie z.B. Laienmusiker, Karnevals- und Musikvereine, Hobbyschauspieler, etc., sind beitragsfrei, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen: es gibt maximal vier Veranstaltungen pro Kalenderjahr und die Gesamtsumme aller gezahlten Entgelte übersteigt nicht 450,00 Euro pro Kalenderjahr.

Folgende Leistungen führen unseres Erachtens nicht zu einer Beitragspflicht: Technische Umsetzung, Programmierung, Suchmaschinenoptimierung, Webseitenpflege, Inhaltspflege, Updates und Upgrades, das Setup, das Controlling und die Optimierung von Online-Marketing-Kampagnen, Hosting, technischer Support, App-Entwicklung, Druck, Anzeigenschaltungen, etc..

Bitte beachten Sie: nach der aktuellen Rechtsprechung ist die komplette Rechnung abgabepflichtig, wenn dort mehrere Positionen aufgeführt sind und auch nur eine Position davon „kreative Leistung“ enthält. Somit würde der gesamte Rechnungsbetrag KSK-abgabepflichtig, auch wenn beispielsweise ein Teil davon technischer Natur ist und eigentlich nicht der KSK-Abgabepflicht unterliegt.

Aus diesem Grund erstellen wir für kreative Leistungen eine separate Rechnung, auch wenn diese zeitlich zusammen mit nicht KSK-pflichtigen technischen Dienstleistungen erbracht wurden.

Wie hoch ist denn die zu leistende Abgabe an die KSK ?

Die Abgabe wird jedes Jahr durch die Künstlersozialabgabe-Verordnung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales neu festgesetzt und wird aus dem Netto-Rechnungsbetrag berechnet.
Für die Jahre 2018, 2019 und 2020 beträgt der Satz 4,2%.
2017 lag sie bei 4,8%, 2014 bis 2016 bei 5,2%, 2013 lag sie bei 4,1%; 2010, 2011 und 2012 lag sie bei 3,9%.

Was müsste ich tun, um diese Abgabe an die KSK zu zahlen ?

Bei einer Betriebsprüfung wird eine Beitragspflicht geprüft und gegebenenfalls für den Prüfungszeitraum (in der Regel die letzten 3-4 Betriebsjahre) nach berechnet. Der einfachste Weg ist es, sich über www.kuenstlersozialkasse.de anzumelden und den Fragebogen auszufüllen, und zu überprüfen, ob ihr Unternehmen abgabepflichtig ist.
Zum Jahresende erhalten Sie dann von der KSK einen Meldebogen, der bis zum 31.03. des Folgejahres ausgefüllt zurück gesandt werden muss. Durch die Corona-Pandemie gibt es aktuell einen erweiterten Abgabezeitraum.

Gegebenfalls könnten Sie zu einer Nachzahlung heran gezogen werden, wenn die Angaben nicht gemacht wurden, Zinsen und Strafgebühren werden unseres Wissens nach derzeit nicht erhoben.

Dieser Beitrag erhebt nicht den Anspruch, vollständig zu sein und kann nicht den Rat eines Experten und/oder Ihres Steuerberaters ersetzen.

Ein sehr informativer Artikel, der eigentlich alle Fragen aus Sicht der steuerlichen Beurteilung beantworten sollte, findet sich bei „Haufe“.

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